Seite wählen

Baukunst statt Betonwüste!

Liebe Freunde,

mal ein anderes Thema: hattet ihr in der Kindheit das Vergnügen, in einem Schulgebäude aus der Gründerzeit beschult zu werden? Also in alten, herrschaftlichen Gemäuern, mit einem beeindruckenden Eingangsportal, bestückt mit Ornamenten, mit Erkern, Türmchen, riesigen Aufgangstreppen, breiten Fluren und hohen Klassenzimmerwänden? Vielleicht noch inmitten eines parkähnlichen Geländes? Wo man Fenster öffnen konnte, das Vogelgezwitscher und die warmen Sonnenstrahlen hereinlassen konnte? Welcher Schüler verfiel damals nicht leicht ins Träumen?

Und das krasse Gegenteil: wer von uns musste täglich einen hässlichen Zweckbau aus den siebziger Jahren besuchen? Wo der PVC unter den Schuhen quietschte? Womöglich mit niedrigen Klassenzimmerdecken, steril, sachlich, ohne Schnörkel, nur mit der mindesten Ausstattung, also ohne jedes „Wärmekissen“ für die Kinderseele? Gebäude, die nach wenigen Jahren „heruntergeranzt“ sind? Sollte sich da vielleicht Kreativität und Phantasie entwickeln können?

Warum hat das reiche Deutschland mit dieser Art von Kultur aufgehört? Was ist passiert? Mit welchen Gefühlen geht Ihr durch eine historische Altstadt, betrachtet z.B. den Monumentalbau des heutigen Leipziger Bundesverwaltungsgerichts von vor 1900, und mit welchen Gefühlen betritt man einen nüchternen modernen „Verwaltungsturm“?

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat jetzt einen tollen Vorstoß gemacht. Im Regierungsprogramm gibt es ein Kapitel „Kultur und Integration“. Unter „Schöner bauen!“ Lesen wir: „Öffentliche Gebäude, die nach 1990 in Sachsen-Anhalt errichtet wurden, sind oft von einer außerordentlichen Hässlichkeit…“, es wird gefordert, dass jeder öffentliche Neubau eine anerkannte Bautradition aufzugreifen hat.

Was meint Ihr dazu?

Euer Manfred Schiller

Baukunst statt Betonwüste!
VERANSTALTUNGEN: